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50 Jahre Adventgemeinde Biel – getragen von Gottes Treue

Schon früh am Morgen füllte sich am Sabbat das Gemeindehaus am Schleusenweg 33 mit Leben. Bereits um 9 Uhr strömten Stimmen durch die Eingangshalle, Menschen umarmten sich, lachten, erzählten einander Erinnerungen – und beim liebevoll vorbereiteten Apéro wurde deutlich: Dieser Tag war ein besonderer. Die Adventgemeinde Biel feierte ihr 50-jähriges Bestehen.

Seit einem halben Jahrhundert ist die Gemeinde ein Ort für Taufen, Kindersegnungen, Hochzeiten und zahlreiche persönliche Glaubensgeschichten. Goldene „50“-Ballons und historische Fotos aus der Bauzeit erinnerten daran, wie treu Gott die Gemeinde durch all die Jahre geführt hat.

Ein Festgottesdienst voller Dankbarkeit
Die Feier begann mit einer Videobotschaft von Stephan Sigg. Mit dem Bild von Abraham als Pilger erinnerte er daran, dass wir unterwegs sind zur eigentlichen Heimat – und Gott uns dennoch hier ein Zuhause schenkt. Es folgte ein buntes Programm von Jung und Alt.

Besonders berührend war das Kinderanspiel über die Entstehung des Gemeindehauses. In den 1960er‑Jahren war die Bieler Adventgemeinde mit ihren deutsch-, italienisch- und französischsprachigen Gruppen auf rund 230 Personen angewachsen. Die Räume wurden zu eng, und der Wunsch nach einem eigenen Haus wuchs. Unter der Leitung von Rolf Müller und Heinz Wiedemann nahm das Projekt Gestalt an. Grosszügige Spenden, ein „Jahr des Verzichts“ und zahlreiche persönliche Gaben machten sichtbar: Gott öffnete Türen – und schenkte die richtigen Menschen, Bewilligungen und Fachpersonen, damit das Gemeindehaus entstehen konnte.

Musik, Gemeinschaft und bewegte Erinnerungen
Instrumentalbeiträge, A‑cappella‑Gesang und ein Seniorenchor verliehen dem Gottesdienst einen festlichen Klang. Die Jugend lockerte das Programm mit einer interaktiven Umfrage auf, die zeigte, wie viele Menschen am Bau und am Gemeindeleben beteiligt waren.

In seiner Predigt erinnerte René Pieper eindrücklich an Gottes Treue – sichtbar sogar in seinem grünen Haar, das auf ein Versprechen aus seiner Bieler Predigerzeit zurückgeht. Der Vormittag endete mit einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem sich Alt und Jung austauschten.

Geschichten, die lebendig bleiben
Am Nachmittag führten Lesungen und persönliche Anekdoten ehemaliger Prediger zurück durch die Zeit. Sie erzählten von Familiengottesdiensten, Herbstbummeln, besonderen Begegnungen – und sogar von einem Tennisball mit der Unterschrift von Roger Federer, der es irgendwie in die Gemeindegeschichte geschafft hat.

Ein Quiz brachte die Anwesenden zum Lachen: Wer wusste schon, dass 69 Lampen die Saaldecke erhellen oder dass im Saal geheimnisvolle Stühle versteckt sind? Ein Dokumentarfilm aus der Bauzeit bildete den Abschluss und liess viele gespannte und dankbare Blicke zurück auf die Anfänge wandern.

Ein Blick nach vorne
Mit Herzen voller Dankbarkeit und Zuversicht schaut die Adventgemeinde Biel in die Zukunft. Getragen vom Versprechen aus Josua 24,15 bleibt ihr Motto auch nach 50 Jahren bestehen:

„Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.“
Josua 24, 15

Blanka Kral
Gemeinde Biel